Facelift ohne Maskeneffekt: Dr. Björgulf Herberger über moderne Gesichtschirurgie

Facelift-Experten-Interview-Dr-Björgulf-Herberger

Die Angst vor einem künstlichen oder „gemachten“ Aussehen hält viele Menschen bis heute davon ab, sich mit dem Thema Facelift näher zu beschäftigen. Moderne Verfahren verfolgen jedoch längst einen anderen Ansatz: Natürlichkeit, Gewebeschonung und langfristige Ergebnisse stehen heute im Mittelpunkt. Wie genau das funktioniert und warum das sogenannte Softlifting-Facelift einen neuen Weg in der ästhetischen Gesichtschirurgie darstellt, erklärt Dr. Björgulf Herberger, Leiter der Musenhof Kliniken.

„Ein gutes Facelift erkennt man daran, dass man es nicht erkennt“

Herr Dr. Herberger, viele Menschen verbinden ein Facelift noch immer mit einem unnatürlichen Ergebnis. Warum?

Dr. Björgulf Herberger:
Das liegt vor allem daran, dass klassische Facelift-Techniken früher häufig auf einer starken Straffung der Haut basierten. Dabei wurde die Haut regelrecht gezogen. Das führte oft zu diesem typischen maskenhaften Ausdruck oder einem unnatürlich gespannten Gesicht. Außerdem waren die Ergebnisse häufig nicht besonders langlebig. Heute wissen wir, dass ein natürliches Resultat nur dann entsteht, wenn man die tieferen Gesichtsstrukturen berücksichtigt und nicht einfach nur Haut entfernt oder spannt.

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„Das Gesicht soll wieder harmonisch wirken – nicht verändert“

Sie haben das sogenannte Softlifting-Facelift mitentwickelt und perfektioniert. Was ist das Besondere daran?

Dr. Björgulf Herberger:
Der entscheidende Unterschied liegt in der Philosophie des Eingriffs. Beim Softlifting geht es nicht darum, ein neues Gesicht zu schaffen. Ziel ist es vielmehr, das eigene Gesicht sanft in eine frühere, frischere Position zurückzuführen. Das Verfahren arbeitet minimalinvasiv und äußerst gewebeschonend. Wir behandeln die tieferen Strukturen des Gesichts und achten darauf, die natürliche Mimik vollständig zu erhalten. Das Ergebnis soll erholt, frisch und jugendlich wirken – aber niemals operiert.

Die Rolle von SMAS und Platysma beim modernen Facelift

Sie sprechen häufig vom sogenannten SMAS und Platysma. Warum sind diese Strukturen so wichtig?

Dr. Björgulf Herberger:
Diese Gewebeschichten sind der eigentliche Schlüssel für ein langlebiges Ergebnis. Mit zunehmendem Alter erschlaffen nicht nur Hautstrukturen, sondern auch tiefere Gewebeschichten. Dadurch entstehen Hängebäckchen, eine weichere Kinnlinie oder der sogenannte Truthahnhals. Beim Softlifting repositionieren wir gezielt diese tieferen Strukturen – insbesondere das SMAS im Gesicht und das Platysma im Halsbereich. Die Haut wird anschließend spannungsfrei darübergelegt. Genau dadurch entsteht ein natürlicher Effekt ohne Zug oder Maskenwirkung. Gleichzeitig erreichen wir eine Haltbarkeit von oftmals rund zehn Jahren.

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„Das Softlifting erfolgt meist ohne Vollnarkose“

Für viele Menschen spielt auch die Sicherheit eine große Rolle. Wie läuft der Eingriff ab?

Dr. Björgulf Herberger:
Das Softlifting wird in unserer Klinik normalerweise in lokaler Betäubung und einem modernen Dämmerschlaf durchgeführt. Eine belastende Vollnarkose ist in der Regel nicht notwendig. Das reduziert Risiken deutlich und ermöglicht gleichzeitig eine bessere Kontrolle der natürlichen Gesichtsmimik während des Eingriffs. Die Schnittführung erfolgt sehr unauffällig entlang der natürlichen Konturen vor und hinter dem Ohr sowie im Haaransatz. Nach der Abheilung sind die Narben meist kaum sichtbar.

Schnelle Heilung und kurze Ausfallzeiten

Wie lange dauert die Heilungsphase nach einem Softlifting?

Dr. Björgulf Herberger:
Im Vergleich zu klassischen Facelift-Techniken sind Schwellungen und Blutergüsse meist deutlich geringer. Viele Patienten berichten eher von einem leichten Spannungsgefühl als von Schmerzen. Bereits am Folgetag wird der Verband entfernt. In der Regel sind unsere Patientinnen und Patienten nach ein bis zwei Wochen wieder gesellschafts- und arbeitsfähig. Genau das macht diese Methode für viele Menschen interessant, die mitten im Berufs- und Familienleben stehen.

„Alterung ist individuell – deshalb muss auch die Behandlung individuell sein“

Kann ein Facelift wiederholt werden? Und wie lange hält das Ergebnis wirklich?

Dr. Björgulf Herberger:
Natürlich altert jeder Mensch unterschiedlich. Faktoren wie Gene, Lebensstil, UV-Belastung oder Gewichtsschwankungen spielen dabei eine große Rolle. Das Softlifting stabilisiert jedoch die tieferen Gewebestrukturen nachhaltig, weshalb die Ergebnisse sehr langlebig sind. Man kann vereinfacht sagen: Das Gesicht wird optisch um etwa zehn Jahre zurückversetzt und altert von diesem Punkt aus ganz normal weiter. Wiederholungen sind grundsätzlich möglich, wenn sie sinnvoll und maßvoll durchgeführt werden.

Moderne Gesichtschirurgie bedeutet Individualität

Neben dem klassischen Alterungsprozess spielen auch Hautqualität und Volumenverlust eine Rolle. Wie gehen Sie damit um?

Dr. Björgulf Herberger:
Nicht jede Veränderung im Gesicht benötigt automatisch ein Facelift. Manchmal steht eher die Hautqualität im Vordergrund, manchmal ein Volumenverlust in Wangen oder Schläfen. Deshalb kombinieren wir moderne Facelift-Techniken bei Bedarf mit Laserbehandlungen, Peelings, Lipofilling oder Hyalurontherapien. Wichtig ist immer eine ehrliche und individuelle Beratung. Schönheit ist etwas sehr Persönliches. Meine Aufgabe ist es nicht, Menschen zu etwas zu drängen, sondern gemeinsam herauszufinden, welcher Weg wirklich sinnvoll ist.