Was tun bei √Ąrztepfusch?

Was tun bei √Ąrztepfusch?

√Ąrztepfusch ist ein Thema, √ľber welches man immer wieder h√∂rt oder lesen kann. Nicht immer haben entsprechende Taten t√∂dliche Folgen, oftmals haben Patienten aber mit lebenslangen Folgen von Behandlungsfehlern zu k√§mpfen.

Generell ist das Thema sehr schwierig, denn auch wenn √Ąrzte noch immer bei vielen als unfehlbar gelten, sind sie auch nur Menschen und so vor Fehlern nicht gefeit.

Von √Ąrztepfusch Betroffene und deren Angeh√∂rige empfinden daher oft ein Gef√ľhl der M0acht- und Hilflosigkeit. Sicherlich ist eine Operation in den seltensten F√§llen frei von jeglichem Risiko, √ľber m√∂gliche Risiken m√ľssen √Ąrzte Patienten vor Operationen aber umfassend aufkl√§ren. Wer sich zun√§chst einmal unsicher ist, ob ein √§rztlicher Eingriff ordnungsgem√§√ü durchgef√ľhrt wurde, kann sich in einem ersten Schritt erst einmal an seine Krankenkasse wenden.

Grundsätzliches

Auch wenn Fehler in vielen F√§llen irreversibel sind, Betroffene von √Ąrztepfusch haben in jedem Fall Anspruch auf Schadensersatz und Schmerzensgeld.

Um von diesem Recht jedoch Gebrauch machen zu k√∂nnen, muss der Behandlungsfehler zun√§chst einmal rechtssicher nachgewiesen werden. Hierf√ľr ist es in einem ersten Schritt ratsam, s√§mtliche Krankenunterlagen inklusive der Patientenakte anzufordern. Diese k√∂nnen dann genutzt werden, um einen m√∂glichen Behandlungsfehler nachzuweisen.

“Unterst√ľtzen k√∂nnen einem dabei die Krankenkassen, Schlichtungsstellen oder auch auf das Medizinrecht spezialisierte Rechtsanw√§lte”, sagt RA Bj√∂rn Weil aus Gie√üen.

Die begleitende Unterst√ľtzung eines Anwalts ist in vielen F√§llen ratsam, alleine um rechtlich immer auf der richtigen Seite zu stehen.

Erfahrene Fachanw√§lte f√ľr Medizinrecht wissen genau, welche M√∂glichkeiten und Instrumente zur Verf√ľgung stehen, um die Rechte des Patienten auch bei √Ąrztepfusch zu wahren.

Was sollte man allgemein zum Thema √Ąrztepfusch und Behandlungsfehler wissen?

  • Etwaige aus Behandlungsfehlern resultierenden Anspr√ľche verj√§hren nach drei Jahren.
  • Als √Ąrztepfusch bezeichnet man einen Behandlungsfehler nur dann, wenn der behandelnde Arzt fahrl√§ssig gehandelt hat. Im Zweifel ist das schwer nachzuweisen.
  • Betroffene von Behandlungsfehlern haben Anspruch auf eine angemessene finanzielle Entsch√§digung, allerdings nur dann, wenn der Grund f√ľr den Schaden nachweislich aus einem √Ąrztefehler resultiert.
  • Wenn keine g√ľltige Einigung mit dem Arzt m√∂glich ist, bleibt dem Betroffenen nur die Klage.
  • Es lohnt sich einen Anwalt einzuschalten, um die Beweisf√ľhrung zu √ľbernehmen und den rechtlichen Rahmen sicherzustellen.¬†

Welche Fehler von √Ąrzten k√∂nnen als √Ąrztepfusch ausgelegt werden?

√Ąrzte sind dazu verpflichtet, Behandlungen korrekt, also nach bestem Wissen und gewissen durchzuf√ľhren. Behandlungsfehler k√∂nnen sowohl bei der Anamnese, bei der Befunderhebung, bei Diagnosen, bei Therapien, der Nichteinhaltung von Hygienevorschriften oder der Verwendung nicht geeigneter technischer Hilfsmittel entstehen.

Behandlungsfehler-Statistik der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen 2019

Weiterhin kann es auch schon bei der Aufkl√§rung des Patienten zu Fehlern kommen. Wird ein Patient also nicht ordnungsgem√§√ü √ľber Behandlungsverlauf, Krankheitsbild, m√∂gliche Risiken oder alternative Behandlungsm√∂glichkeiten aufgekl√§rt, kann ebenfalls √Ąrztepfusch vorliegen.

Dar√ľber hinaus sind √Ąrzte dazu verpflichtet, eine genaue Dokumentation √ľber jeden einzelnen Behandlungsschritt anzufertigen. Wenn hier L√ľcken sind oder die Dokumentation fehlerhaft, besteht ebenfalls die M√∂glichkeit, dass entsprechender √Ąrztepfusch vorliegt.

Krankenkasse kontaktieren

Der erste Schritt bestehen darin, die Krankenkasse √ľber einen m√∂glichen Behandlungsfehler zu informieren. Dazu sollte man den Fall ausf√ľhrlich schildern und konkrete Beschwerden vortragen. Anschlie√üend k√∂nnen Mitarbeiter √ľber die konkreten Patientenrechte aufkl√§ren und weitere Schritte beraten.

Daraufhin wird die Krankenkasse √ľberpr√ľfen, ob die Vorw√ľrfe gerechtfertigt sind und die entsprechenden Krankenakten und Behandlungsunterlagen anfordern. Leider ist es in der Regel notwendig, die Krankenkasse hierf√ľr von der Schweigepflicht zu entbinden.

Gutachten in Auftrag geben

Sollten sich die Vorw√ľrfe erh√§rten und tats√§chlich ein konkreter Verdacht auf einen Behandlungsfehler zu erkennen sind, gilt es dies in einem Gutachten zu dokumentieren.

Verantwortlich f√ľr ein solches kostenloses Gutachten ist normalerweise der Medizinische Dienst (MDK).

Dieses Gutachten kl√§rt den Sachverhalt allerdings nicht in G√§nze und kommt zu keinem abschlie√üenden Ergebnis. Es dient lediglich als eine fachliche Grundlage f√ľr eine nachfolgende Kl√§rung. Damit ein √Ąrztepfusch auch nachweisbar ist, m√ľssen folgende Aspekte vorliegen:

  • Dem Patienten ist ein Gesundheitsschaden entstanden.
  • Der Schaden ist auf einen Fehler des behandelnden Arztes zur√ľckzuf√ľhren.
  • Das Risiko der Behandlung war vom Arzt einzusch√§tzen.
  • Der Anspruch auf Schadensersatz darf nicht verj√§hrt sein.

Andernfalls hat der Betroffene schlechte Chancen tats√§chlich f√ľr einen Behandlungsfehler entsch√§digt zu werden.

Stellungnahme einfordern

Nach der Erstellung des Gutachtens gilt es eine schriftliche Stellungnahme der Krankenkasse einzufordern. Sie soll erklären, welche Fakten zu dem betreffenden Fall vorliegen und wie die Situation eingeschätzt wird. Sollte die Krankenkasse dabei zu dem Schluss kommen, dass trotz klarer Hinweise und Fakten kein Behandlungsfehler festgestellt werden kann, gilt es einen Fachanwalt mit dem Fall zu betrauen.

Sobald also der verdacht auf einen Behandlungsfehler vorliegt, gilt es z√ľgig zu handeln und seine Krankenkasse umgehend √ľber diesen Umstand zu informieren. Empfehlenswert ist es auch einen Fachanwalt f√ľr Medizinrecht einzuschalten, um die Chancen auf eine Entsch√§digung zu erh√∂hen. Je mehr Zeit zwischen Behandlung und Meldung vergeht, desto schwerer wird es diesen Fehler nachzuweisen.

Empfohlene Artikel